Viele Männer stellen sich die Frage: “Führt häufige Selbstbefriedigung zu Erektionsstörungen?”. Die moderne Wissenschaft kann diesen Mythos widerlegen und es steht fest, dass häufige Selbstbefriedigung oder das Erleben vieler Orgasmen beim Sex nicht zu Erektionsproblemen oder der sogenannten erektilen Dysfunktion (ED) führen kann. Stattdessen hat der Orgasmus einen beruhigenden und positiven Einfluss auf die Gesundheit, solange das Onanieren nicht zur extremen Sucht wird.
Wir beschäftigen uns in diesem Artikel näher mit dieser Frage und verraten Ihnen alles Wissenswerte zum Thema Masturbation und Impotenz.
Impotenz ist ein anderes Wort für Zeugungsunfähigkeit oder Erektionsschwäche eines Mannes. Hier ist nicht die Rede von gelegentlichen Erektionsproblemen, sondern von sehr häufigen bis permanenten Schwierigkeiten. Von der sogenannten erektilen Dysfunktion können Männer jeden Alters betroffen sein. Entweder bleibt die Erektion nicht stabil oder sie entsteht erst gar nicht.
Erektionsstörungen können organische oder psychische Ursachen haben. Während Männer ab 40 Jahren eher von organischen Ursachen betroffen sind, liegen bei Jugendlichen oft psychische Ursachen vor. Stress sowie berufliche oder private Dauerbelastungen und der Rückgang von Testosteron spielen eine große Rolle bei Erektionsstörungen. Diese Faktoren stehen in Wechselwirkung mit den psychischen und organischen Ursachen.
Es kommen in der Regel folgende Ursachen bei erektiler Dysfunktion in Frage:
| Psychische Ursachen | Körperliche Ursachen |
|---|---|
| Sexuelle Unerfahrenheit | Durchblutungsstörungen |
| Versagensangst | Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems |
| Mangelnde sexuelle Stimulation aufgrund häufigen Pornokonsums | Chronisches oder akutes Leiden eines Organes der unteren Harnwege (Harnröhren-, Prostata- oder Hodenprobleme) |
| Wenig körperliche Anziehung zum Sexualpartner | Stoffwechselstörungen durch Diabetes, Übergewicht etc. |
| Partnerschaftsprobleme | Gestörte Übertragung von Nervenimpulsen aufgrund einer Krankheit oder Behandlung (z.B. Strahlentherapie im Bereich der Genitalien) |
| Komplexe | Depression |
Die Ursache für Erektionsprobleme liegt zwar nicht in der regelmäßigen Masturbation, doch es können negative Effekte im Zusammenhang mit krankhaftem Pornokonsum und übermäßigem Onanieren auftreten.
Eine Erektion kommt durch die Reaktion auf sexuelle Reize zustande.
Der reale sexuelle Reiz mit einer Frau ist eventuell nicht so extrem als im Pornofilm, was den Mann, der viel Porno schaut, sehr irritieren kann. Durch den übertriebenen Konsum von pornografischen Filmen kann ein Abstumpfen gegen reale sexuelle Reize bewirkt werden, was beim Mann eine Erektionsstörung verursachen kann.
Konditionierung auf pornografische Reize
Verhaltensforscher sprechen von einer Konditionierung, wenn man den Körper an bestimmte Reize gewöhnt, auf die er dann entsprechend reagiert. So kann es bei übermäßigem Pornokonsum dazu führen, dass der Körper nur noch auf die Stimuli im Porno reagiert und nicht auf die reale Situation. Beim Onanieren entwickeln Männer in diesem Fall eventuell bestimmte Fantasien, die nicht durch die Penetration mit Scheide, Mund oder Hand des gegenübers umgesetzt werden können. Besteht diese Art der Konditionierung, dann werden auch keine pharmazeutischen Potenzmittel wie Viagra, Cialis, Tadalafil, Sildenafil oder andere PDE-5-Hemmer helfen.
Therapiemöglichkeit
Eine Therapie könnte hier in psychologischer Betreuung und Abstinenz von Pornografie bestehen, um sich die erwähnte Konditionierung abzutrainieren und sich gleichzeitig wieder an die zwischenmenschliche, sexuelle Penetration zu gewöhnen.
Die Universität Indiana hat durch eine Umfrage herausgefunden, dass um die 90 Prozent der Männer ab 18 Jahren regelmäßig onanieren. Nach Angaben der befragten Männer geschieht dies unabhängig vom Status der Beziehung. Natürlich ist die Frequenz der Masturbation in der Regel abhängig vom Testosteronspiegel, so masturbieren Jugendliche in der Regel deutlich mehr als Männer ab 50 Jahren.
Positive Aspekte der Masturbation
Generell sind positive Effekte der Masturbation recht wenig untersucht. Man hat jedoch herausgefunden, dass der Orgasmus folgende positive Auswirkungen auf den Körper hat:
Bei einem Orgasmus werden Endorphine und Oxytocin ausgeschüttet. Endorphine sind körpereigene Opiate und Oxytocin ist ein Botenstoff, auch als sogenanntes Wohlfühlhormon bezeichnet. Je mehr Oxytocin ausgeschüttet wird, desto heftiger der Orgasmus.
| Wirkung der Endorphine | Wirkung von Oxytocin |
|---|---|
| - Körpereigene Schmerzmittel | - Reguliert den Cortisolspiegel und wirkt somit Stress entgegen |
| - Stärken Immunsystem | - Reguliert den Blutdruck |
| - Entspannen | - Stimmungsaufheller |
| - Energetisieren | |
| - Stimmungsaufheller | |
| - Stressregulierung |
Anstatt den Arzt aufzusuchen, holen sich viele Männer Hilfe in entsprechenden Foren des Internets. Der Grund ist wahrscheinlich, dass angenommen wird, der Arzt würde sowieso nur ein Medikament, wie z.B. einen PDE-5-Hemmer, verschreiben. Außerdem könnte die Untersuchung beim Arzt eventuell unangenehm werden.
Wir können an dieser Stelle nur betonen, dass die Impotenz ein Vorbote für eine ernstzunehmende Krankheit darstellen kann. Daher ist es wichtig, dass Sie persönlich von einem Arzt untersucht und beraten werden. Der Urologe ist die erste Ansprechperson bei Erektionsproblemen, der dann durch eine Untersuchung herausfindet, ob organische Ursachen vorliegen.